– Venezuela

Halt finden nach dem Beben

Nach den schweren Erdbeben in Venezuela organisieren die Jesuiten vor Ort Nothilfe für betroffene Fami­lien, Schulen und Gemeinden. Über Sammel- und Verteilzentren in Caracas werden Trinkwasser, Medikamente, Lebensmittel und Material für Notunterkünfte bereitgestellt. Unterstützen Sie die Arbeit unserer Partner in dieser Stunde der Not.

Am 24. Juni haben zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 den Norden und Westen Venezuelas erschüttert. Besonders betroffen sind La Guaira, Caracas sowie die Bundesstaaten Carabobo, Miranda und Aragua. Viele Menschen haben Angehörige verloren, zahlreiche Gebäude wurden beschädigt oder zerstört, Rettungs- und Sucharbeiten dauern weiter an.

Nach dem jüngsten von venezolanischen Behörden veröffentlichten Stand (06.07.2026) wurden mindestens 3.342 Todesopfer und 16.700 Verletzte gemeldet. 6.461 Menschen konnten nach offiziellen Angaben aus den Trümmern gerettet werden. Eine verlässliche offizielle Gesamtzahl der Vermissten liegt derzeit nicht vor; eine breit genutzte, nicht amtliche Liste nennt rund 40.567 Vermisste.

Die Jesuiten in Venezuela haben unmittelbar nach den Beben ihre Nothilfe aktiviert. Schulen, Universitäten und soziale Einrichtungen der Jesuiten dienen nun als Anlaufstellen, Sammelpunkte und Orte der Begleitung für Menschen, die Unter­stützung benötigen.

Jesuitische Einrichtungen ebenfalls betroffen

Auch Einrichtungen der Jesuiten wurden beschädigt. Das Bildungsnetzwerk Fe y Alegría hat in den ersten 72 Stunden Informationen aus 93 Einrichtungen gesammelt. In mehreren Schulen wurden Schäden an Wänden, Fassaden, Trägern und Säulen festgestellt. Fünf Zentren meldeten eine vollständige Unterbrechung der Wasserversorgung, zwei Einrichtungen Stromausfälle. Viele Standorte haben zudem Probleme mit der Internetverbindung.

Besonders betroffen ist die Schulgemeinschaft von Jesús Obrero. Dort kamen zwei Lehrkräfte, vier Schülerinnen und Schüler sowie sieben Angehörige aus Fami­lien der Schulgemeinschaft ums Leben. Weitere Lehrkräfte und Schüler werden noch vermisst. Mehrere Mitarbeitende haben ihr Zuhause verloren oder mussten evakuiert werden.

Hilfe über Sammel- und Verteilzentren

In Caracas wurden zwei zentrale Sammel- und Verteilpunkte eingerichtet: auf dem Campus der Universidad Católica Andrés Bello in Montalbán sowie am Colegio San Ignacio in La Castellana.

An der UCAB wurde bereits kurz nach den Beben ein logistisches Zentrum aufgebaut. Studierende, Mitarbeitende, Lehrende, Alumni und Freiwillige nehmen dort Hilfsgüter entgegen, sortieren sie und bereiten sie für die Weitergabe vor. Innerhalb von zwei Tagen gingen 169 Hilfsanfragen ein. Mehr als 500 Freiwillige halfen beim Annehmen, Sortieren, Verpacken und Ausliefern der Spenden.

Auch das Colegio San Ignacio ist als Sammelstelle aktiv. Das Zentrum ist täglich geöffnet und wird von einem Team aus 30 erwachsenen Freiwilligen unterstützt. Derzeit werden vor allem Trinkwasser, Medikamente, haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, Babyprodukte sowie Material für Notunterkünfte benötigt. Dazu gehören Zelte, Planen, Taschenlampen, Matratzen, Decken, Handtücher, Campingkocher und Sonnenschutz.

Unter­stützung vor Ort

Neben der Verteilung von Hilfsgütern kümmern sich die Jesuiten auch um die Begleitung der betroffenen Menschen. In mehreren Einrichtungen werden Fami­lien aufgenommen, die ihr Zuhause verloren haben oder vorübergehend nicht zurück­kehren können. Für Mitarbeitende und Betroffene wurden außerdem digitale Räume für Austausch und Gebet eingerichtet.

Die Lage bleibt angespannt. Viele Gebäude müssen geprüft, Vermisste gesucht und Fami­lien versorgt werden. Die Jesuiten in Venezuela arbeiten gemeinsam mit Freiwilligen und lokalen Partnern daran, die Hilfe möglichst geordnet und schnell zu den Menschen zu bringen, die sie jetzt brauchen.

jesuitenweltweit unterstützt die Nothilfe der Jesuiten in Venezuela. Ihre Spende hilft, Trinkwasser, Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel und Material für Notunterkünfte bereitzustellen.

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