– Nahostkrise

Libanon: Vertrieben, aber nicht vergessen

Auch Wochen nach Beginn des Kriegs bleibt die humanitäre Lage im Libanon dramatisch: Tausende Menschen leben weiter in Sammelunterkünften. Der Jesuiten-Flücht­lings­dienst versorgt vertriebene Fami­lien in Beirut und anderen Landesteilen. JRS-Koordinator P. Michael Petro SJ schildert die Angst und Unsicherheit der Menschen, aber auch Momente der Hoffnung. 

Trotz des Waffenstillstands bleibt die humanitäre und sicherheitspolitische Lage im Libanon auch Mitte Mai, fast zwei Monate nach Ausbruch des Kriegs zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah, kritisch. Tausende Fami­lien sind vertrieben, viele von ihnen haben ihr Zuhause, ihre Sicherheit und ihre Stabilität verloren.

  • Über 12.000 Kampfhandlungen wurden registriert
  • Fast 3.000 Menschen haben ihr Leben verloren
  • Etwa 8.500 Menschen wurden verletzt
  • Knapp 126.000 Menschen befinden sich weiterhin in Sammelunterkünften

Der Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) reagierte sofort, indem er eine Notunterkunft in der Beiruter St. Joseph Kirche öffnete, wo Hunderte vertriebene Migrantinnen und Migranten Zuflucht finden, die in anderen Schutzräumen nicht aufgenommen werden.

Parallel dazu erreicht der JRS in landesweit 19 weiteren Unterkünften über 571 Fami­lien (2.225 Personen), in enger Abstimmung mit dem Sozialministerium, dem Welternährungsprogramm der UN und lokalen Behörden.

Als Reaktion auf den anhaltenden Bedarf verteilen JRS-Teams verzehrfertige Lebensmittelpakete in verschiedenen Zentren in den Distrikten Zahle und West-Bekaa verteilt, darunter Khiara, Souairi, Anjar, Deir Zanoun und Bar Elias. Damit wurden 80 Fami­lien erreicht.

P. Michael Petro SJ koordiniert die Arbeit in den Notunterkünften des JRS. In einem Video berichtet er von der schlimmen Lage in Beirut, von zerstörten Häusern, vertriebenen Fami­lien und der anhaltenden Unsicherheit, aber auch von Hoffnung: Drei Babys haben in den vergangenen Wochen in der Beiruter Notunterkunft das Licht der Welt erblickt.

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