– Südsudan
Lernen heißt leben
64 Prozent der Mädchen im Südsudan besuchen keine Schule. Erschüttert von Armut, Flucht und Diskriminierung bleibt Bildung für Frauen meist ein unerreichbarer Traum. Schulen der Jesuiten bringen den Wandel, damit Mädchen wie Amin lernen, träumen und ihre Zukunft gestalten können.
Kinder und Jugendliche im Südsudan wachsen in einem Umfeld auf, das geprägt ist von den Folgen jahrzehntelanger Konflikte. Der Bürgerkrieg im eigenen Land und der aktuelle Krieg im benachbarten Sudan haben unzählige Familien zur Flucht gezwungen – viele leben heute als Binnenvertriebene oder kehren in zerstörte Gemeinschaften ohne stabile Infrastruktur zurück. Diese Situation erschwert den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung erheblich und setzt Kinder Gewalt, Ausbeutung und Perspektivlosigkeit aus.
Amin Gabriel Machol (20) besucht die Victor Luke Memorial School der Jesuiten in Cueibet, während für die meisten Südsudanesinnen der Zugang zu Bildung ein ferner Traum bleibt: 64 Prozent der Mädchen gehen nicht zur Schule.
Traditionelle Rollenbilder und wirtschaftliche Not führen oft dazu, dass Mädchen oft schon in jungen Jahren verheiratet werden. Um das Einkommen der Familie zu sichern, wird die Schule häufig aufgegeben – mit weitreichenden Folgen für ihr weiteres Leben.
Schlüssel zu Entwicklung und Frieden
Doch Amin weiß genau, wie kostbar Bildung ist: “Sie kann so viel verändern – für unsere ganze Gemeinschaft.”
Viele Eltern, so erzählt sie, hätten selbst nie eine Schule besucht. „Manche drängen ihre Töchter dazu, früh zu heiraten. Das kann den Mädchen das Gefühl geben, dass Bildung nichts wert ist.“ Ihr eigener Vater ist anders. „Er unterstützt uns, wo er kann – und ich bin ihm sehr dankbar. Auch sein Vater hatte ihn als Kind ermutigt, zu lernen.“
Amin möchte, dass mehr Eltern in Cueibet diesen Weg einschlagen. Denn sie ist überzeugt: Bildung ist der Schlüssel zu Entwicklung und Frieden.
Nach dem Abschluss der Sekundarschule möchte Amin Pharmazeutin oder Krankenschwester werden – um dem Mangel an medizinischer Versorgung in ihrer Region zu begegnen. „Viele Menschen sterben hier zu früh, weil es keine ausreichende medizinische Betreuung gibt“, sagt sie.
Besonders dankbar ist sie ihren Lehrerinnen und Lehrern an der Victor Luke Memorial School, die den Namen eines Jesuitenpaters trägt, der sich bis zu seiner Ermordung unermüdlich für bessere Bildungschancen in Südsudan einsetzte: „Unsere Lehrkräfte sind engagiert, friedlich und hilfsbereit“, erzählt Amin. „Sie tun alles für uns – auch wenn es oft an Ressourcen fehlt.“
Amins Geschichte zeigt: Wo Bildung möglich wird, wächst Hoffnung.
Krise im Südsudan – Hoffnung schenken!
Drei Viertel der Bevölkerung im Südsudan, rund neun Millionen Menschen, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Der Krieg im Sudan verschärft die Krise massiv. Ihre Unterstützung für den Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) schafft Zukunft in Würde:
- 40 Euro sichern das Gehalt einer Lehrkraft – und einen ganzen Monat Unterricht
- 400 Euro kostet die Anschaffung eines Rollstuhls
- 2.000 Euro sichern ein Jahr Überleben einer mittellosen Flüchtlingsfamilie
Krise im Südsudan – Schenken Sie Hoffnung!
Hunderttausende Geflüchtete leben in den Lagern von Maban, Renk, Yambio – und täglich fliehen weitere Familien vor dem Krieg aus dem Nachbarland Sudan. Nahrung, Wasser und Bildungsangebote sind knapp. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) unterstützt Geflüchtete und Aufnahmegemeinschaften


