F: Min Khant Kyaw

 – Myanmar

Kein Frieden, keine Sicherheit, keine Heimat

Jesuiten und andere kirchliche Organisationen warnen vor wachsender Not und Gewalt nach Scheinwahlen – 3, 6 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Die humanitäre Krise in Myanmar verschärft sich dramatisch. Fünf Jahre nach dem Militärputsch leben Millionen Menschen in einem Klima anhaltender Gewalt, von Angst und Vertreibung. Ein jüngst vom Militär organisierter Wahlgang hat die Lage nicht entschärft, sondern die politische Sackgasse weiter vertieft.

Mizzima, ein unabhängiges Nachrichtenmedium, betrieben von burmesischen Journalistinnen und Journalisten im Exil, berichtet über die Folgen von Gewalt, Zwangsrekrutierungen und politischer Repression für die Zivilbevölkerung: Rund 3,6 Millionen Menschen sind innerhalb Myanmars vertrieben, Hunderttausende weitere sind in Nachbarländer wie Bangladesch, Indien oder Thailand geflohen. Viele leben dort ohne rechtlichen Schutz, Zugang zu Arbeit oder medizinischer Versorgung.

Zum Untertauchen gezwungen

Jesuitische Organisationen wie der Jesuit Refugee Service (JRS) und ihre regionalen Partner sind in Myanmar und den Nachbarländern weiterhin im Einsatz. Sie begleiten Vertriebene und Geflüchtete mit Nothilfe, Bildungsangeboten, psychosozialer Unter­stützung und seelsorglicher Begleitung. Gleichzeitig warnen sie eindringlich: Die Kombination aus Gewalt, Zwangsrekrutierungen und politischer Perspektivlosigkeit treibt immer mehr Menschen in die Flucht.

Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Schulen wurden zerstört oder geschlossen, viele junge Menschen sehen sich zur Flucht oder zum Untertauchen gezwungen, um der Zwangseinberufung zu entgehen. JRS-Mitarbeitende berichten von Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, aber auch von dem tiefen Wunsch der Menschen nach Frieden und Rückkehr in ein würdevolles Leben.

Der Wahlprozess des Militärs wird von kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren als nicht legitim bewertet. Millionen Vertriebene waren ausgeschlossen, oppositionelle Parteien verboten. Für die Menschen vor Ort ist klar: Diese Wahlen bringen keinen Frieden, sondern zementieren Gewalt und Unsicherheit.

Die Jesuiten und ihre Partner rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, das Militärregime nicht weiter zu legitimieren, Geflüchtete in der Region besser zu schützen und humanitäre Arbeit über Grenzen hinweg zu ermöglichen.

Unter­stützung für die Jesuiten in Myanmar

Myanmar: Hoffnung in der Asche

Myanmar durchlebt seit dem Militärputsch 2021 eine schwere humanitäre Krise, geprägt vom brutalen Bürgerkrieg und den Folgen der Flutkatastrophe. Die „Myanmar Jesuits" führen, allen Gefahren zum Trotz, Programme für Nothilfe, Bildung und spirituelle Begleitung fort

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