– Venezuela nach dem Beben

Zerstörung, Solidarität und Dankbarkeit

Kurz nach den Erdbeben war Katrin Morales von jesuitenweltweit Österreich für zwei Wochen in Caracas. Die Jesuiten vor Ort koordinieren mit Unter­stützung jesuitischer Netzwerke weltweit nach der ersten Nothilfe nun die dringend nötige längerfristige Unter­stützung. Am 14.10. laden wir ein zu einem Online-Abend mit Katrin Morales und P. Alfredo Infante SJ, Provinzial der Jesuiten in Venezuela.

„Bist du gekommen, um zu helfen, dann trag dich bitte in die Liste hier ein”, werde ich beim Betreten des Nothilfezentrums in der Schule San Ignacio begrüßt. Gerne helfe ich mit, ich werde dem „Team Dosenwurst“ zugeteilt. Mit mir gemeinsam sind über 100 Freiwillige am Schulgelände, wir sortieren, zählen und inventarisieren die eingegangenen Sachspenden und bearbeiten Anfragen. Eltern, Nachbarn, Schüler:innen und Alumni helfen zusammen, eine Informatikerin hat die Website für die Inventarisierung und die Spendenanfragen programmiert.

Wer Unter­stützung benötigt, kann über eine Handy-App angeben, was genau gebraucht wird. „Uns ist es sehr wichtig, dass unsere Hilfe den Menschen Würde gibt, dass sie selbst auswählen können und das Benötigte ordentlich verpackt erhalten“, erzählt die Koordinatorin, eine Lehrkraft der Schule.

Die Toten in Würde begraben

Unterwegs im vor allem betroffenen Gebiet an der Küste, kommen wir mit vielen Menschen ins Gespräch. Überlebende, Feuerwehrleute, freiwillige Helfer aus In- und Ausland, jeder ist dankbar, wenn er ein offenes Ohr findet.

In einer der Zeltsiedlungen erzählt eine Frau verzweifelt weinend von ihrer 17-jährigen Tochter, die immer noch in ihrem zerstörten Zuhause verschüttet ist. Die Hoffnung auf Überlebende wird immer geringer, aber wenigstens ihre Toten wollen die Menschen in Würde begraben.

„Ich bin auf eigene Kosten hergekommen“, erzählt ein Feuerwehrmann aus Mexico. „Uns fehlen Gerät und Ausrüstung, aber wir alle hier tun, was wir können.“ Alle helfen zusammen, die freiwilligen Helfer werden mit Essen versorgt, venezolanische Jugendliche helfen als Übersetzer für die Hilfsteams aus dem Ausland.

Gutes tun – und das gut

„Wir wollen Gutes tun – und das gut, geplant und koordiniert“, gibt Provinzial P. Alfredo Infante SJ die Linie vor.

Nach der ersten Phase der akuten Nothilfe werden die langfristigen Auswirkungen immer deutlicher: 25 Schulen von Fe y Alegría sind nach Kontrollen von Ingenieuren und Regierungsbehörde nicht funktional und müssen für die ca. 17.000 Schüler:innen vor dem Schulbeginn im Herbst saniert und wieder aufgebaut werden. Kinder, Lehrkräfte und Fami­lien brauchen psychosoziale Begleitung, um mit den schweren Erfahrungen und Verlusten leben zu lernen.

Familie, Wohnung, Arbeit, Dokumente, viele haben alles verloren, leben in Zelten vor den zerstörten Wohngebäuden oder sind bei Verwandten untergekommen. Kinder, die ihre Eltern verloren haben, sind in Notunterkünften.

Die schon vor dem Erdbeben finanziell sehr angespannte Situation ist mit einem Schlag katastrophal geworden.

Ein besserer Alltag

P. Txúo Rodriguez SJ spricht vielen aus dem Herzen, wenn er sagt: „Wir alle hier brauchen nicht nur wieder normalen Alltag. Was wir nach den schweren letzten Jahren mit ihren vielen Krisen brauchen, ist ein neuer, ein besserer, ein normaler Alltag – darauf wollen wir mit allen Kräften hinarbeiten.“

Gemeinsam mit unseren jesuitischen Partnern im Xavier Network konnten wir dank großzügiger Unter­stützung bis jetzt 1,4 Millionen Euro für die Not- und Aufbauhilfe der venezolanischen Jesuitenprovinz aufbringen. Von Herzen Danke für die so dringend benötigte Hilfe!

Venezuela nach dem Erdbeben – wie geht es weiter? (14.10.2026)

Online-Infoabend mit Katrin Morales und P. Alfredo Infante SJ

Wie geht es den Menschen in Venezuela nach den schweren Erdbeben vom Juni? Was hat die Hilfe unserer Spenderinnen und Spender bewirkt – und was braucht es jetzt, damit die Überlebenden wieder Zuversicht gewinnen? jesuitenweltweit Deutschland und Österreich laden Sie herzlich zu einem Online-Abend mit Katrin Morales, Ge­schäfts­führerin von jesuitenweltweit Österreich, und P. Alfredo Infante SJ, Provinzial der Jesuiten in Venezuela, ein.

Katrin Morales berichtet auf Deutsch und übersetzt die spanischsprachigen Beiträge von P. Alfredo Infante SJ ins Deutsche. Wir freuen uns auf Ihr Interesse und Ihre Fragen!

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