– Jesuit Worldwide Learning
Wenn Bildung Hoffnung wird
Das Peace-Leader-Programm von JWL macht Geflüchtete weltweit zu Friedensstifterinnen und Friedensstiftern. In ihren Gemeinschaften übernehmen sie Verantwortung auf dem Weg in eine bessere Zukunft.
Konflikte und Gewalterfahrungen prägen den Alltag vieler geflüchteter Menschen. Doch mitten in der Unsicherheit kann etwas Neues wachsen: Hoffnung, Verantwortung und Handlungskraft. Der Peace-Leader-Studiengang von Jesuit Worldwide Learning (JWL), einem akademischen Bildungsprogramm in Krisenregionen weltweit, befähigt Geflüchtete weltweit, Frieden in ihren Gemeinschaften aktiv zu gestalten – praxisnah, wirksam und nachhaltig.
Teil der Lösung sein
„Ich wollte schon immer Menschen führen, aber mir fehlten die richtigen Werkzeuge“, erzählt Ruba, Studentin im Peace-Leader-Programm im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia. „In meiner Gemeinschaft gibt es viele Konflikte – und kaum Wissen darüber, wie man sie konstruktiv lösen kann.“
Heute ist Ruba Teil der Lösung. Dank des Programms hat sie nicht nur Wissen erworben, sondern auch Selbstvertrauen, Verantwortung zu übernehmen.
Seit 2019 haben sich über 900 geflüchtete Lernende aus Indien, Irak, Jordanien, Kenia, Malawi und Thailand für das Peace-Leader-Programm eingeschrieben. Das kurzzyklische Hochschulprogramm ist vom kenianischen Hekima University College akkreditiert und verbindet akademische Qualität mit konkreter Praxis. Im Mittelpunkt stehen drei Kernbereiche: Selbst- und kulturelles Bewusstsein, Konfliktlösung und Versöhnung sowie dienende Führung. Ein verpflichtender Praxisanteil ermutigt die Studierenden von Beginn an, das Gelernte direkt in ihren Gemeinschaften umzusetzen.
Frieden beginnt im Alltag
Sadia, eine weitere Absolventin, gründete nach ihrer Teilnahme eine Jugenddialoggruppe in ihrer Nachbarschaft. Dort diskutieren junge Menschen friedliche Wege im Umgang mit Konflikten. Zusätzlich begleitet sie junge Frauen als Mentorin. „Das Programm ist nicht nur Theorie“, sagt sie. „Wir gehen direkt in die Gemeinschaft. Heute haben wir das Vertrauen und die Leidenschaft, unsere Menschen auf eine gute Weise zu begleiten.“
Genau hier setzt die Unterstützung von JWL an: Bildung nicht als abstraktes Ziel, sondern als konkrete Kraft zur Veränderung. Sie macht Menschen stark, die oft nur als Opfer wahrgenommen werden.
Bildung als Wendepunkt
„Als ich die Geschichten der Geflüchteten hörte, wurde mir klar: Bildung für Menschen am Rand der Gesellschaft ist einer der entscheidenden Wendepunkte ihres Lebens“, sagt Dr. Elisee Rtuagambwa SJ, Dekan des Hekima Institute of Peace Studies and International Relations. Aus dieser Überzeugung heraus entstand in Nairobi ein Community Learning Centre, das geflüchteten Jugendlichen Zugang zum Peace-Leader-Programm ermöglicht. Das Zentrum wird in Partnerschaft mit JWL betrieben und startete 2025 mit 21 Studierenden.
Einer von ihnen ist Abulogn aus Gambella in Äthiopien, wo Konflikte zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen seit Jahren andauern. „Diese Ausbildung hat mein Leben verändert“, sagt er. „Ich möchte Friedensdialoge initiieren, Jugendliche begleiten und Vertrauen zwischen Geflüchteten und Aufnahmegemeinschaften aufbauen. Ich glaube, dass daraus nachhaltiger Wandel entstehen kann.“
Hoffnung weitergeben
Was als Idee begann, benachteiligte Geflüchtete in urbanen Räumen zu erreichen, ist heute Realität – und wächst weiter. Das Peace-Leader-Programm zeigt: Bildung kann Hoffnung zurückgeben, Würde stärken und Frieden ermöglichen. Denn Frieden beginnt dort, wo Menschen befähigt werden, Verantwortung zu übernehmen.
Unterstützung für Jesuit Worldwide Learning
JWL: Bildung bringt Frieden
Hochwertige Bildung in den Krisengebieten und Flüchtlingslagern der Welt ist seit 15 Jahren das Ziel des weltweiten Netzwerkes „Jesuit Worldwide Learning“: vom Sprachkurs über eine Berufsausbildung bis zum Abschluss an einer renommierten Hochschule. In 32 Ländern, vom Nordirak bis nach Amazonien, geben die Programme Perspektive, Selbstvertrauen und verhindern Fluchtursachen.


