KATC: Sambias Hoffnung ist grün

Das Kasisi Agricultural Training Centre (KATC) in der Nähe von Lusaka ist ein Zentrum der Jesuiten in Sambia zur Förderung der ökologisch-nachhaltigen Land­wirt­schaft durch Modellprojekte und entsprechendes Training von Bauern. Eine Recycling-Initiative verringert Müll und schafft neue Ein­kommens­quelle.

Sambia Kasisi KATC (X31242)

Ort:
Kasisi Mission, 20 km nordöstlich von Lusaka, Sambia

Partner:
Jesuiten-Provinz Südliches Afrika

Zielgruppe:

  • Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus ganz Zentralsambia wappnen sich gegen die großen Herausforderungen der Klimakrise. Agrarökologie wird zur erfolgreichen Strategie im Kampf gegen die zunehmende Dürre und schafft ein neues Gemeinschaftsgefühl. Sie absolvieren Ausbilungseinheiten und tragen das Erlernte als Multiplikatoren in ihre Gemeinschaften
  • Zentrum des Wandels ist das landwirtschaftliche Ausbildungszentrum Kasisi KATC, das 1974 von den Jesuiten gegründet wurde. Direktor ist seit 2021 der deutsche Jesuit und Agrarwissenschaftler Claus Recktenwald SJ

So hilft Ihre Spende:

  • Knapp 20 Kurse behandeln Themen wie biologischen Gemüseanbau, nachhaltige Forstwirtschaft, Viehzucht, Imkerei und die Herstellung von Milch- und Getreideprodukten.
  • Jährlich nehmen bis zu 1.000 Menschen an den Kursen teil, mindestens 30 Prozent sind Frauen
  • Neben der Lehrfarm bewirtschaften lokale Kleinbauernfamilien weitere landwirtschaftliche Flächen und vertreiben die Produkte in Lusaka.
  • Das Anlegen von Genbanken hilft, lokales Saatgut zu bewahren
  • Ein Recycling-Projekt reduziert Müll, schafft neue Ein­kommens­quellen und schärft das Bewusstsein von Jugendlichen

Ökologische Wende

Das landwirtschaftliche Ausbildungszentrum Kasisi KATC wurde 1974 von den Jesuiten in Sambia gegründet und richtet sich an Kleinbäuer:innen aus der näheren Umgebung. Knapp 20 Kurse behandeln Themen wie biologischen Gemüseanbau, nachhaltige Forstwirtschaft, Viehzucht, Imkerei und die Herstellung von Milch- und Getreideprodukten. Jährlich nehmen bis zu 1.000 Menschen an den Kursen teil, mindestens 30% davon müssen laut eigenen Vorgaben Frauen sein. Neben der Lehrfarm unterhalten die Jesuiten in Kasisi weitere landwirtschaftliche Flächen und vertreiben die Produkte in Lusaka.

50 Jahre KATC

Seit August 2019 ist der deutsche Jesuit und Agrarwissenschaftler Claus Recktenwald SJ am KATC tätig und seit Anfang September 2021 sein Direktor. In der Sommersausgabe 2024 unseres Magazins weltweit berichtet er im Jubiläumsjahr, wie das KATC seit 50 Jahre an der Seite der Landbevölkerung steht, und warum diese Arbeit in Zeiten globalisierter Saatgut-Märkte wichtiger ist denn je.

Das Müll-Problem lösen

Recycling ist eine neue Initiative von KATC. Meistens landet der Müll in Sambia auf der Straße, in der Natur oder im besten Fall noch auf den Müllhalden, die oft direkt in den Wohngebieten der armen Bevölkerung liegen. Auch auf dem Land fällt in den letzten Jahren immer mehr Plastikmüll an. Hier gibt es keine offizielle Entsorgung.

Bis das Plastik in zumindest unsichtbare Partikel zersetzt ist, dauert es um die 400 Jahre. Die Müllberge wachsen stetig.

Im neuen Recycling-Projekt werden in Kasisi 500 Kilogramm Plastik pro Woche aufbereitet und weiterverkauft. Das schont die Umwelt und generiert neue Einkommen. Die Kosten für beide prozessnotwendigen Maschinen beliefen sich auf 15.000 Euro.

Plastik als neue Ressource

Plastikabfall ist ein Rohstoff, der weiterverwendet werden kann und die Möglichkeit einer zusätzlichen Einnahmequelle bietet. „Wir wollten nicht warten, bis der Staat das Problem der Müllentsorgung löst – es ist vor allem Plastikmüll, der die Müllgruben zu 80% füllt – sondern haben selbst angefangen eine Müllentsorgung aufzubauen“, so Claus Recktenwald SJ.

Die Maschinen laufen bereits: Ein Schredder, der das Plastik zu kleinen Schnipseln schneidet und eine Bündelmaschine, die Plastik in Plastikbälle presst und transportfähig macht. Es geht auch darum ein Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen, für die Produktion von Müll, die gerechte Entsorgung und für die Wiederverwendung. Das passiert in den Plastikrecycling-Workshops. Ziel ist es Plastikmüll aus Kasisi und den umliegenden Dörfern zu sammeln und nach einer anfänglichen Reinigung und Aufbereitung an die Recycling-Firmen in Lusaka zu verkaufen.

Neue Chancen für Kleinbauern

Durch die Nähe zu Lusaka haben die Bauern insgesamt gute Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte. Mit diesem Geld können sie sich drei Mahlzeiten am Tag leisten, die Schulgebühren ihrer Kinder bezahlen und ihre Häuser renovieren. Manche Fami­lien können sich auch ein eigenes Fahrzeug leisten, um ihre Produkte auf den Markt zu bringen und den Transport für andere übernehmen.

Die Vermarktung ist dennoch eine große Herausforderung. Momentan werden in Kasisi bereits Käse, Joghurt und Sahne hergestellt sowie Mehl und Haferflocken. Um finanziell auf eigenen Füßen stehen zu können, möchte das KATC die Weiterverarbeitung der eigenen Produkte in Zukunft weiter intensivieren und ausbauen. Das Ausbildungszentrum betreibt derzeit eine eigene Land­wirt­schaft mit 100 Hektar bewässertem Land und 200 Stück Vieh. In der Regenzeit werden überwiegend Mais und Soja angebaut, in der heißeren Trockenzeit Hafer, Gerste und Weizen.

Hinzu kommt die Forschung im Bereich der ökologischen Land­wirt­schaft, sowie die Unter­stützung der Bauern in den Distrikten Chongwe und Rufunsa und die Vernetzungsarbeit rund um die nachhaltige Land­wirt­schaft.

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