– Schulpartnerschaften
Schule verbindet Welten
Vier Schulen, zwei Kontinente – eine gemeinsame Haltung: Begegnungen, gemeinsames Arbeiten und Lernen voneinander zeigen, wie Bildung verbindet und Perspektiven eröffnet – in Bayern wie in Simbabwe.
Es ist keine theoretische, sondern eine praktische Schulpartnerschaft”: In den Worten von Pater Tinashe Mhaka SJ, dem Oberen der St. Rupert’s Mission in Makonde im Norden Simbabwes, Standort der gleichnamigen High School, schwingt Dankbarkeit mit. Gemeint ist die langjährige Kooperation von St. Rupert’s, einziger High School weit und breit in einer armen, ländlichen Landesregion, mit dem Carl-Spitzweg- Gymnasium in Germering. Seit 2017 ist sie stetig gewachsen – getragen von Engagement, Begegnung und gegenseitigem Vertrauen.
Was diese Partnerschaft auszeichnet, zeigte sich im November 2024: „Wir sahen eure Aufrichtigkeit nach dem verheerenden Unwetter, das mehrere Schulgebäude zerstört hatte”, erinnert sich Pater Tinashe. „Ihr habt Geld gesammelt, um unseren Schulbetrieb zu ermöglichen.“ Als noch entscheidender dafür, dass diese Schulpartnerschaft etwas Besonderes ist, benennt er aber: „Ihr seid gekommen und habt euren Schweiß eingebracht.“
Im April 2023 war Daniela Meyer-Bender, Lehrerin am Spitzweg-Gymnasium, gemeinsam mit einer kleinen Gruppe vor Ort. Sie erlebte den afrikanischen Schulalltag aus nächster Nähe – und arbeitete mit. „Wir waren von der Armut überrascht“, schreibt sie rückblickend, zugleich aber auch von dem, was dort entstanden ist: „Inzwischen hat sich in St. Rupert’s eine ganz besondere kleine Welt entwickelt.“
Diese Welt ist geprägt von Eigeninitiative und klugem Ressourceneinsatz. Solarenergie, Wasserpumpen, Landwirtschaft, Internate, Schul- und Werkstattgebäude greifen ineinander. Knapp 500 Schülerinnen und Schüler werden, mitten in der Trockensavanne, mit hochwertiger Bildung bis zum Abitur versorgt. Flankiert wird dies seit Jahren durch praktische Projektarbeit deutscher Partner, neben dem oberbayerischen Gymnasium durch Schreinerazubis und Fachbereiche der TU München, gebündelt im Verein „Learning from the roots”, die beim Bau und der Infrastruktur unterstützten.
Partnerschaft ist keine Einbahnstraße
Auch im Schulalltag zeigt die Partnerschaft Wirkung. Morris Maurukira, Erdkundelehrer an St. Rupert’s, beschreibt sie als „Beziehung, die ein positives Lernumfeld schafft“. Durch die Zusammenarbeit konnte die Schule neue berufsbildende Programme wie Schreinerei, Bau, Schweißen und Textilarbeit beginnen. Besonders wichtig sei der Austausch selbst: „Die Schülerinnen und Schüler haben Erfahrungen geteilt und voneinander gelernt – das hat eine starke gegenseitige Bindung geschaffen.“
Diese Bindung wirkt auch in Deutschland, etwa durch Benefizkonzerte, Spendenläufe und Schulprojekte. Doch die Partnerschaft ist keine Einbahnstraße. „Im Gegenzug bekamen wir Schülerbriefe und Videos aus Makonde“, die im Unterricht eingesetzt werden und mehr über das Leben in Afrika erklären, als ein regulärer Lehrplan vermag. Auch Thomas Kilian, Projektreferent Afrika bei jesuitenweltweit, betont diese Dimension. Schulpartnerschaften zeigen, „wie junge Menschen Verantwortung übernehmen und wie Bildung Brücken über Kontinente hinweg schlägt“.
Das Netzwerk wächst
Mit einer neuen Schulpartnerschaft zwischen St. Peter’s in Simbabwes Haupstadt Harare und dem Anton-Bruckner-Gymnasium Straubing wächst dieses Netzwerk weiter: „Unser Ziel ist eine feste Partnerschaft, mit vielen persönliche Begegnungen, von der beide Seiten langfristig profitieren werden – durch gemeinsames Lernen, Verständnis und Weltoffenheit“, sagt Direktorin Dr. Eva Huller aus Straubing.
Wir von jesuitenweltweit freuen uns, diese Begegnungen zu fördern und zu begleiten, und werden die Geschichten der Schulpartnerschaften zwischen Bayern und Simbabwe weiter erzählen.
St Rupert's: kleine Schule, große Zukunft
In einer beispiellosen Kooperation mit Wissenschaftlern und Studierenden der TU München wurde die St. Rupert Mayer's High School zum echten Standortfaktor in der sehr abgelegenen ländlichen Gegend Makonde in Simbabwe. Nach Errichtung eines naturwissenschaftlichen Labors arbeitet die Initiative learning from the roots* am Bau einer neuen Mensa und neuer Internatsräume

