– Nahost-Krise

Libanon: Hilfsbedarf wächst dramatisch

Die Angriffe auf den Libanon zwingen Hunderttausende zur Flucht. Besonders gefährdet sind Fami­lien mit kleinen Kindern, Schwangere und migrantische Arbeitskräfte. Der JRS passt seine Hilfe laufend an, um Schutz und Versorgung und gewährleisten.

Innerhalb von weniger als zwei Wochen hat die anhaltende Eskalation der Gewalt im Libanon mehr als 800.000 Menschen zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Der humanitäre Bedarf wächst rasant, besonders unter den Menschen, die ohnehin schon am verletzlichsten sind.

Viele Fami­lien, die aus den südlichen Vororten Beiruts und aus Teilen der Bekaa-Ebene geflohen sind, konnten nur das Nötigste mitnehmen. Jetzt leben sie in überfüllten Gemeinschaftsunterkünften oder in beengten Wohnungen mit anderen zusammen. Es fehlt an Lebensmitteln, Hygieneartikeln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Viele denken bereits darüber nach, in den kommenden Wochen innerhalb des Landes weiterzuziehen. Das zeigt, wie unsicher die Lage für zahlreiche Fami­lien weiterhin ist.

Schutz für Zugewanderte 

Auch Arbeitsmigrantinnen und -migranten – etwa 180.000 leben im Libanon – suchen weiter Schutz auf dem Gelände der Jesuitenkirche St. Joseph. Öffentliche Notunterkünfte nehmen meist vorrangig libanesische Staatsangehörige auf. Nicht-libanesische Menschen werden häufig schon abgewiesen, noch bevor die Unterkünfte vollständig belegt sind. Deshalb sind viele von ihnen auf Kirchen, Gemeinschaftsräume und informelle Netzwerke angewiesen, um überhaupt einen sicheren Schlafplatz zu finden.

Schon während des Krieges 2024 brachte Zahraa ihr jüngstes Kind zur Welt, nachdem sie beim Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) Schutz gefunden hatte. Jetzt, da die Gewalt erneut eskaliert, musste sie an denselben Ort zurück­kehren. Für Zahraa und viele andere Migrantinnen und Migranten, die in der Kirche untergebracht sind, ist dieser Ort längst mehr als nur eine Notunterkunft. Hier finden sie Schutz, Fürsorge und wenigstens für einen Moment etwas Stabilität in einer von Angst und Unsicherheit geprägten Zeit. Anders als viele libanesische Fami­lien haben sie oft kein familiäres oder soziales Netz, das sie auffängt.  

Nothilfe und psychosoziale Unter­stützung 

Der JRS reagiert auf diese Krise, indem Hilfsangebote gezielt angepasst und ausgeweitet werden. Neben der Verteilung von Lebensmittelpaketen und anderen dringend benötigten Gütern wird auch die psychosoziale Unter­stützung fortgeführt. Denn ein plötzlicher Abbruch dieser Begleitung würde viele Menschen zusätzlich belasten. In den vergangenen Tagen berichteten viele von schlaflosen Nächten, innerer Unruhe und Schwierig­keiten, den Alltag zu bewältigen. Der psychische Druck durch den Konflikt nimmt spürbar zu.

Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung 

Auch die Bildungsarbeit wird an die aktuelle Lage angepasst. Die JRS-Teams arbeiten daran, Lernangebote vorübergehend ins Digitale zu verlagern, um den Kindern weiterhin ein Mindestmaß an Stabilität zu geben und ihre Bildung nicht völlig abbrechen zu lassen.

Zugleich wird die medizinische Versorgung in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sichergestellt, mit besonderem Fokus auf schwangere Frauen. Damit Betroffene notwendige medizinische Hilfe erreichen können, organisiert der JRS Transporte zu Gesundheitszentren und bei Bedarf auch in alternative Unterkünfte.

In einer Lage, die sich täglich verändert, setzt der JRS Libanon alles daran, den Menschen weiterhin nahe zu bleiben und die Unter­stützung für besonders gefährdete Gemeinschaften verlässlich aufrechtzuerhalten. Unterstützen Sie mit uns die Programme des JRS! 

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