– Projektreise Nepal

Wasser für Ramechap

In einige abgelegene Dörfer im Nordosten Nepals kommt man nur über eine Hängebrücke. Jetzt hat das Nepal Jesuit Social Institute eine zweite errichtet – sie verbindet die Menschen der Dürreregion mit den Helfern aus aller Welt

Meter für Meter quält sich der Tata-Geländewagen nach oben. Neben der Schotterpiste geht es Hunderte Meter in die Tiefe, weit unten tupfen Senffelder gelbe Flecken in die Landschaft, dazwischen schlängelt sich der Fluss Sunkoshi, über ihn führt eine Hängebrücke. Die Fahrt geht zu einem Wassertank mit einer fünf Kilometer langen Pipeline im Distrikt Ramechap, den das Nepal Jesuit Social Institute (NJSI)  – auch dank Spendengelder aus Deutschland – den Dörfern Rakathum, Chapadi und Lubhu finanziert hat.

Warum gerade hier? Schließlich schmiegen sich im Nordosten Nepals Dutzende ähnliche Weiler und einzelne Hütten in die Hänge. Aus Rakathum aber stammt Ram. Der 22-Jährige hilft vor Ort, die Arbeit de­­­­s NJSI in dieser entlegenen Gegend zu koordinieren und hat im Institut in Kathmandu von der misslichen Lage berichtet. Das Haus seiner Familie zeigt tiefe Risse, die das schwere Erdbeben von 2015 hinterlassen hat. So war auch die Wasserversorgung über Monate nicht mehr gewährleistet, nachdem die alte Vorrichtung durch das Beben zu Bruch ging und die Quelle nicht mehr zu erreichen war.

Erdbeben im Regenschatten

Neben P. Klaus Väthröder SJ, Leiter der Jesuitenmission Deutschland, und P. Boby J. Thadathil SJ begleitet P. Roy Sebastian SJ die Exkursion. Der NJSI-Direktor weiß um die schwierige Situation vor Ort: Außer den schweren Erdbeben-Schäden, die noch lange nicht behoben sind, leidet die Gegend südlich des Mount Everest seit jeher unter extremer Dürre. „Die Regenwolken werden durch die Sindhuli-Hügel abgefangen, und in Ramechap kommt kaum Regen an. Die Dörfer liegen unmittelbar im Regenschatten hinter den Hügeln und sind für Trinkwasser und Land­wirt­schaft vom Monsun abhängig“, so Pater Sebastian. Die einzige Alternative, Wasser zu gewinnen, ist drei Kilometer entfernt: der Sunkoshi. Das kostbare Gut hochzuschaffen aber ist „eine Herkules-Aufgabe“, so Roy. Vor allem für die Frauen, die im Dorf die Mehrheit stellen – viele Männer arbeiten in weit entfernten Städten, außer spärlichem Ackerbau und Viehzucht gibt es hier oben nichts zu tun.

Doch: In die Schule gehen. In den insgesamt 34 Haushalten leben 67 Kinder. Drei von ihnen begleiten die Exkursion zum Tank: auf dem Dach des Jeeps. Vor allem die Kleinen und die Frauen sind dem NJSI und den Spendern aus aller Welt sehr dankbar. Nachdem die zwei Dorfschulen der Gegend in Rakathum zusammengelegt wurden, hat sie das Xavier Network mit Unterrichtsmaterialien, Schuluniformen und einer Sanitäranlage unterstützt. Dazu wird gerade ein Sozialzentrum für die Frauen errichtet. „Was zum Erfolg beigetragen hat, ist das Engagement der Menschen selbst, vor allem die Frauen organisieren sich“, erklärt Roy Sebastian: Das Geld kam von außen, die Arbeit aber haben die Leute zum großen Teil allein erledigt.

Hilfe ohne Grenzen – grenzenlose Dankbarkeit

Als die Jesuiten und Ram nach Besichtigung des Tanks, der 16.000 Liter fasst, in Rakathum ankommen, erwartet sie am Platz vor der Schule ein Empfangskomitee. Die Dorfvorsteher sind da, der Schuldirektor, Lehrer, Kinder, Männer, Frauen. Die Menschen in den Dörfern sind ausschließlich Hindus, die Dankbarkeit gegenüber den christlichen Helfern aber kennt keine Grenzen. Vertreter der Schülerschaft, der Frauen und die Honoratioren gehen reihum, hängen den Gästen Blumengirlanden um den Hals, kunstvoll gewebte Schals und malen ihnen rote Tilakas auf die Stirn – Zeichen höchster Ehrerbietung. In langen Reden bedanken sie sich ausführlich, Pater Sebastian übersetzt. Auch Pater Väthröder ergreift das Wort und erklärt die Motivation hinter der Hilfsaktion: „Brückenbauen zwischen den Menschen in Ramechap und denen in Deutschland und der ganzen Welt, die gespendet haben."

Und dieses Brückenbauen ist ansteckend. Auf die Frage nach seinen Träumen und Plänen für die Zukunft antwortet Ram: „Ich möchte eine Frau finden und heiraten. Und ich möchte weiter den Armen in meiner Heimat helfen. Nichts fühlt sich besser an.“

Projektseite: Erdbebenhilfe Nepal

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