– Indonesien

Abschied von P. Bernhard „Teddy“ Kieser SJ

Mehr als sechs Jahrzehnte lebte und wirkte P. Bernhard „Teddy“ Kieser SJ in Indonesien. Als Moraltheologe, Seelsorger und Begleiter einer jungen Kirche verband er wissenschaftliche Tiefe mit praktischer Nähe zu den Menschen. Am 6. Juni 2026 ist er im St. Ignatius College in Yogyakarta verstorben. Pater Kieser wurde 87 Jahre alt.

Bernhard Kieser wurde am 28. September 1938 in Bruchsal geboren. Er wuchs dort als Sohn eines Schulrektors und seiner Frau gemeinsam mit seinen beiden Schwestern auf. Nach dem Abitur am Schönborn-Gymnasium trat er am 26. April 1957 in das Noviziat der Jesuiten in Neuhausen auf den Fildern ein. Bereits in dieser Zeit wurde durch seinen Mitnovizen Karl Edmund Prier sein Interesse an der Mission geweckt.

Während des Philosophiestudiums in Pullach festigte sich diese Berufung. 1963 brach Bernhard Kieser nach Indonesien auf, zunächst zum Sprachstudium und für eine Zeit pastoraler Mitarbeit. Es folgten theologische Studien in Yogyakarta und Frankfurt. Am 5. Juli 1968 wurde er in Indonesien zum Priester geweiht. Nach dem Tertiat in Pullach absolvierte er ein Aufbaustudium, das er 1973 in Innsbruck bei Hans Rotter mit einer Dissertation zu moraltheologischen Fragen des Sterbens abschloss.

Schon 1972 begann P. Kieser seine Lehrtätigkeit an der Wedabhakti Faculty of Theology der Sanata Dharma University in Yogyakarta. Dort unterrichtete er, mit Ausnahme eines Sabbatjahres 1999, sein weiteres Leben lang Moraltheologie. Darüber hinaus leitete er die Bibliothek und war seelsorglich tätig.

Im Mittelpunkt seines Wirkens stand eine Theologie, die praktische Zugänge eröffnete und der Verkündigung des Evangeliums im dynamischen Umfeld einer jungen, stark von Laiinnen und Laien getragenen Kirche in Indonesien dienen sollte. In seinem Nachdenken über die gesellschaftliche Bedeutung des Glaubens war er unter anderem von der Sozialethik seines Lehrers Oswald von Nell-Breuning geprägt.

Auch nach seiner Emeritierung blieb P. Bernhard „Teddy“ Kieser SJ in Lehre, Seelsorge und theologischer Reflexion engagiert. Erst gesundheitliche Probleme im vergangenen Jahr zwangen ihn, sich aus diesen Aufgaben zurück­zuziehen.

Nun hat er sein Leben in die Hände seines Schöpfers zurück­gelegt.

Nach dem Requiem am 7. Juni 2026 im St. Ignatius College findet die Beerdigung am 8. Juni 2026 auf dem Ordensfriedhof statt.

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