JWL: Hochschulbildung in Flüchtlingslagern und Krisenregionen weltweit

Hochwertige Bildung in Krisengebieten und Flüchtlingslagern ist Ziel des weltweiten Netzwerkes „Jesuit Worldwide Learning“ (JWL).

  • Vertriebene Menschen verbringen im Durchschnit 10 bis 15 Jahre in einem Flüchtlingslager. 90% junger Menschen auf der Flucht werden nie studieren können – obwohl Bildung ihr stärkster Schutzfaktor wäre. In Krisenregionen nimmt das einer ganzen Generation jede Perspektive, verhindert Entwicklung und schafft neue Konflikte und Fluchtursachen.
  • Seit über 15 Jahren macht das jesuitische Hochschulprogramm JWL für Zehntausende Absolventinnen und Absolventen einen Unterschied. Das Konzept fußt auf Online-Kursen, der gemeinsamen Arbeit in Lernzentren und weltweiter Vernetzung der Studierenden.
  • Vom Sprachkurs über eine Berufsausbildung bis zum Abschluss an einer renommierten Hochschule geben die Programme in 32 Ländern, von Afghanistan über den Nordirak bis Kenia, Perspektive, Selbstvertrauen und verhindern Fluchtursachen.

Multiplikatoren der Entwicklung

JWL wurde zu einer Erfolgsgeschichte für Zehntausende Absolventinnen und Absolventen. Das Blended Learning-Modell, kombiniert Arbeit in Lernzentren mit Online-Kursen und globaler Vernetzung, akkreditiert durch 21 renommierte Hochschulen weltweit, darunter Regis University (USA), Katholische Universität Eichstätt, Universität Erlangen-Nürnberg. Gründer und Geschäftsführender Präsident von JWL ist P. Peter Balleis SJ.

So hilft Ihre Spende:

  • 240 Euro finanzieren ein Stipendium für zwei Jahre Englischkurs
  • 690 Euro finanzieren eine sechsmonatige Berufsausbildung
  • 2.700 Euro tragen ein Stipendium für ein einjähriges Grundstudium
  • 3.000 Euro finanzieren ein Jahr im BA-Studiengang Nachhaltige Entwicklung

Zielgruppe:

  • Jugendliche und junge Erwachsene weltweit ohne Zugang zu hochwertiger Bildung: Geflüchtete, Menschen in Krisengebieten, sozial marginalisierte Gruppen und isolierte Gemeinschaften. Hauptaugenmerk: Förderung von Mädchen und Frauen.
  • 2023 haben 10.134 Studierende aus 32 Ländern an insgesamt 20.103 JWL-Programmen teilgenommen, 51 Prozent von ihnen sind weiblich.

Nachhaltige Entwicklung in Kenia

Consolée, eine junge Frau aus Ruanda, lent seit 20 Jahren im Kakuma-Flüchtlingslager in Kenia: „Die meisten Menschen wissen nicht, wie sie ihren Abfall entsorgen sollen, und deshalb brechen häufig Krankheiten aus“, berichtet sie, doch in ihrem Bachelor-Studiengang in Nachhaltiger Entwicklung ist das Thema Abfallmanagement wichtiger Teil des Curriculums. Der Lehrstoff in Land­wirt­schaft vermittelt ihr Fähigkeiten für die nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln - und dadurch unabhängiger zu werden. Ein Beispiel für diese Un­ab­hängig­keit ist das „Kakuma Social Agri-Venture“, gegründet von den JWL-Absolventen Dominic und Nilwa: „Wir liefern Gemüse und Obst zu erschwinglichen Preisen, verbessern so die wirtschaftliche Lage der anderen.“

Afghanistan: Schimmer der Hoffnung

Der Dezember 2023 markiert einen Meilenstein für JWL: 13 junge Mitglieder der globalen Lerngemeinschaft wurden zu den ersten Absolventinnen und Absolventen des Bachelor-Studiengangs in Nachhaltiger Entwicklung. Acht von ihnen stammen aus Afghanistan – und fast alle sind Frauen! Trotz der vorherrschenden Bedingungen in Afghanistan, wo seit über drei Jahren Mädchen über zwölf Jahren der Besuch von Schulen oder Universitäten verwehrt bleibt, ist das Feuer der Hoffnung nicht erloschen. Dank Unter­stützung der lokalen Gemeinschaften konnten häusliche Lernprogramme eingerichtet werden. Das Wissen wird online und in kleinen Gruppen vermittelt. Studentinnen und Absolventinnen organisieren sich, um die Herausforderungen zu bewältigen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Nordirak: von Kriegsopfern zu Friedensbringerinnen

Vor zehn Jahren sind Bafreen und Hiz rat vor dem Völkermord durch den „Islamischen Staat (IS)“ geflohen. Seitdem leben sie mit Zehntausenden anderen Menschen jesidischen Glaubens im Khanke-Camp im Nordirak. „Ich durchlebte Depressionen und verlor den Sinn für Frieden in meinem Leben“, erinnert sich Hizrat, Überlebende des Massakers: „Genau den wollte ich wiederfinden, so beschloss ich, mich in den Studiengang,Peace Leader‘ bei JWL einzuschreiben.“ Hizrat und Bafreen haben während des sechsmonatigen Programms eine Transformation durchlebt: von Kriegsopfern zu Friedensbringerinnen für ihre Gemeinschaft. Hizrat und Bafreen sind zu Vorbildern geworden. Anstatt nach ihrem Abschluss nach Europa aufzubrechen, ist Hizrat jetzt die Koordinatorin des JWL-Community-Lernzentrums im Khanke-Camp. Dort sind mittlerweile 60 jesidische Jugendliche im Englischprogramm eingeschrieben, 18 weitere qualifizieren sich im Programm „Interreligiöse Zusammenarbeit für Frieden“ oder lassen sich als Lehrkräfte ausbilden. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer nehmen auch regelmäßig an Online-Kursen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt teil. Einige jesidische Studierende streben einen Bachelor in Nachhaltiger Entwicklung an der Xavier University in Bhubaneswar, Indien, an.

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