Jesu Ashram: Mehr als ein Krankenhaus

Im Jesu Ashram in Nordindien finden jene Hilfe, die oft schon aufgegeben wurden. In einem Gesundheitssystem, das vielerorts unter Ressourcenmangel und ungleicher Versorgung leidet, bietet das Zentrum Ausgegrenzten medizinische und vor allem menschliche Fürsorge.

Projekt Jesu Ashram Indien

Ort:
Matigara im Distrikt Darjeeling, Indien

Partner:
P. Shiju Mathew, SJ, Direktor des Jesu Ashram

Zielgruppe:

Fast 300 stationäre Patientinnen und Patienten werden im Jesu Ashram täglich betreut, hinzu kommen jedes Jahr mehr als 2.800 ambulante Behandlungen. Viele der Patientinnen und Patienten leiden an Tuberkulose, Lepra oder anderen schweren chronischen Erkrankungen. Häufig sind sie mangelernährt, geschwächt und erst spät medizinisch versorgt worden. Das Jesu Ashram bietet ihnen deshalb nicht nur Medikamente, sondern ein ganzes Netz an Hilfe: Diagnostik, Pflege, Nahrung, Unterkunft und menschliche Zuwendung.

So hilft Ihre Spende:

  • Kostenlose medizinische Versorgung für Menschen mit schweren Erkrankungen
  • Schutz, Unterkunft und menschliche Zuwendung für Ausgegrenzte
  • Bereitstellung lebenswichtiger Medikamente für eine kontinuierliche Behandlung.
  • Nahrhafte Mahlzeiten für geschwächte und mangelernährte Patientinnen und Patienten.
  • Finanzierung von Pflegepersonal und Infrastruktur für eine würdevolle und qualitativ hochwertige Betreuung.
  • Ausbildung junger Frauen für Berufe im Gesundheitswesen und bessere Zukunftsperspektiven.

Indien steht weiterhin vor großen Herausforderungen im Gesundheitsbereich. Trotz Fortschritten beim Ausbau der medizinischen Versorgung trägt das Land, laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO), noch immer die weltweit höchste Tuberkuloselast: 25 Prozent aller geschätzten Tuberkulosefälle weltweit werden in Indien gemeldet. Besonders betroffen sind Menschen, die in Armut leben und nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Unterernährung, beengte Wohnverhältnisse und verspätete Diagnosen begünstigen dabei schwere Krankheitsverläufe.

Auch Lepra bleibt in Indien ein relevantes Gesundheitsproblem.Das Land gehört weiterhin zu den Staaten mit den meisten neu registrierten Leprafällen weltweit. 2024 war Indien eines der drei Länder mit mehr als 10.000 neu gemeldeten Fällen von Lepra. Neben der medizinischen Belastung leiden Betroffene häufig unter sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung. Vor allem in ländlichen Regionen erschweren Armut, mangelnde Gesundheitsinfrastruktur und weite Wege zu medizinischen Einrichtungen den Zugang zu einer rechtzeitigen Behandlung. 

Zugang zu medizinischer Versorgung – und Menschenwürde

Das Jesu Ashram Zentrum wurde 1971 von dem kanadischen Jesuiten Bob Mittleholtz SJ in Siliguri gegründet. Bis heute finden hier vor allem Menschen Hilfe, die sonst kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben, darunter Angehörige indigener Gemeinschaften und Fami­lien aus den wirtschaftlich benachteiligten Teegartenregionen Nordostindiens. Auch obdachlose und somit von der Gesellschaft ausgegrenzte Menschen werden im Jesu Ashram aufgenommen und versorgt.

„Viele Menschen kommen zu uns, wenn sie medizinisch, sozial und menschlich schon fast aufgegeben wurden. Im Jesu Ashram wollen wir ihnen nicht nur eine Behandlung ermöglichen, sondern ihnen auch ihre Würde zurück­geben“, erklärt Pater Shiju Mathew SJ. Damit beschreibt der Direktor des Jesu Ashram, was den Kern dieser Einrichtung in Matigara im Norden Westbengalens ausmacht: Jesu Ashram ist weit mehr als ein Krankenhaus. Es ist ein Zufluchtsort für Menschen, die sonst kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben – für Arme, chronisch Kranke und Ausgegrenzte.

Kampf gegen Lepra und Tuberkulose

Indien zählt zu den Ländern mit der weltweit höchsten Belastung durch Tuberkulose und Lepra. Als Bikash Xalxo ins Jesu Ashram kam, war er schwer von Lepra gezeichnet. Der 45-jährige Fami­lienvater aus dem Bezirk Jalpaiguri litt unter schweren Geschwüren an beiden Füßen und hatte nach unzureichender Behandlung kaum noch Hoffnung.

Im Jesu Ashram erhielt der Teepflücker medizinische Versorgung, nahrhafte Mahlzeiten und einen geschützten Ort, um wieder gesund zu werden. Sein Zustand verbesserte sich deutlich – nicht nur körperlich: „Auch Mut und Zuversicht sind zurück­gekehrt“, sagt er.

Im Mittelpunkt von Jesu Ashram stehen die Tuberkulose-Station, die Lepra-Abteilung und die Allgemeinstation, in der auch Menschen mit HIV/AIDS und anderen chronischen Erkrankungen versorgt werden. In allen Bereichen gilt derselbe Grundsatz: Behandlung endet nicht bei der Diagnose. „Heilung braucht Medikamente, Nahrung, Unterkunft und Menschen, die den Kranken mit Respekt begegnen“, betont Pater Mathew.

Ort der Prävention

Zugleich reicht die Hilfe des Jesu Ashram weit über das eigene Gelände hinaus. Mit regelmäßigen Gesundheitscamps und Aufklärungsprogrammen in den Dörfern rund um Siliguri werden Menschen erreicht, die sonst kaum Zugang zu medizinischer Information oder Versorgung haben. Diese Einsätze helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu schaffen. So wird das Ashram auch zu einem Ort der Prävention und der Hoffnung für ganze Gemeinschaften.

Wenn Menschen wie Bikash Xalxo wieder Hoffnung schöpfen, zeigt sich, was die Arbeit des Jesu Ashram bewirkt: Sie lindert nicht nur Krankheit. Sie gibt Würde zurück und eröffnet Zukunftsperspektiven.

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