Bildung für Afghanistan

Afghanistans Jugend will sich nicht beugen: Nach Verhandlungen mit den Taliban können JWL-Studierende ihre Kurse fortsetzen – über die Hälfte von ihnen sind Frauen.

Projekt X31181 JWL Afghanistan

Ort:
10 Studienzentren in in Bamyan, Daikundi, Ghor, Kabul und Herat

Partner:
Jesuit Worldwide Learning (JWL), Peter Balleis SJ

Zielgruppe:

2.500 junge Afghaninnen und Afghanen, die an Hochschulprogrammen und berufsbildenden Kursen teilnehmen.

Bildung: wichtiger denn je

Mit Ihrer Unter­stützung finanzieren wir berufsbildende und akademische eLearning-Kurse. Die Mehrheit der Absolvent:innen lernt Englisch, einige hundert sind in den berufsbildenden und akademischen Programmen (Liberal Studies und ein Bachelor-Studium in nachhaltiger Entwicklung). Weitere 2.000 junge Menschen erreichen wir über das „Each-One-Teach-Someone“-Programm (EOTS).

Wider alle Erwartungen: Tausende studieren weiter

Nach dem ersten Fall der Taliban im Jahr 2001 hatten die Jesuiten der südasiatischen Region beschlossen, angesichts der großen humanitären Not in Afghanistan aktiv zu werden. Millionen von Flüchtlingen hatten vor allem in den Nachbarländern Iran und Pakistan im Laufe des jahrzehntelangen Bürgerkrieges Schutz gesucht, die nun nach und nach zurück­kehrten.

20 Jahre später, 2021, haben die Islamisten erneut die Macht übernommen.

„Anfangs wussten wir nicht, ob die Studierenden von Jesuit Worldwide Learning – vor allem die Studentinnen – nach dem 15. August 2021, dem Tag der Machtübernahme weitermachen können und ob es Internet geben würde“, berichtet JWL-Präsident Peter Balleis SJ. Im Land herrscht eine große humanitäre Krise, die Wirtschaft ist am Kollabieren, es gibt kaum Jobs und keine Einkommen, viele Menschen hungern.

Und doch sind wider alle Erwartungen weiterhin über tausend junge Leute in eLearning-Kursen von Jesuit Worldwide Learning (JWL) engagiert. Die Mehrheit von ihnen lernt Englisch, und rund hundert lernen in den berufsbildenden und akademischen Programmen (Liberal Studies und ein Bachelor-Studium in nachhaltiger Entwicklung).

Die neuen Machthaber lenken ein

Nur eine Woche nach der Machtübernahme sprachen in Khidir die Studenten und Studentinnen mit der lokalen Regierung und den Taliban. Sie bekamen die Erlaubnis, ihr Lernzentrum samt Computern und Internet wieder aufzumachen. Das kam den Taliban gelegen, die auch Zugang zum Internet suchten. Dieser Wiederöffnung eines Lernzentrums folgten alle anderen, sogar zwei neue Zentren kamen hinzu, insgesamt sind es zehn in Bamyan, Daikundi und Ghor sowie je eines in Kabul und Herat.

Hilfsprogramm für 2.000 arme Fami­lien

Trotz aller Widrigkeiten und des harten Winters in den Bergen und der verschneiten Wege zu den Lernzentren schaffen es die jungen Leute zu studieren. Bei der Zulassung im Januar gab es über 40 Neueinschreibungen für das einjährige Grundstudium. Schon in den Vorjahren konnten JWL-Studierende, die als lokale NGO New Horizon registriert und organisiert sind, mit finanzieller Hilfe von außen das EOTS-Programm (Each One Teaches Someone – jeder unterrichtet einen anderen) durchführen. Auch dieses Programm geht weiter und erreicht weitere 2.000 junge Leute. Da der Hunger die Jugendlichen und ihre Fami­lien plagt, setzen sie nun ein Hilfsprogramm auf, um über drei Monate 2.000 der bedürftigsten Fami­lien mit Essenspaketen zu versorgen. Wenn es gut läuft undweiter Bedarf besteht, wird das Programm verlängert. Die größten Hürden sind derzeit der Transfer und die Auszahlung der finanziellen Hilfen für den Kauf der Lebensmittel.

Die Angst, dass Afghanistan in das dunkle Zeitalter der ersten Machtübernahme der Taliban der Neunzigerjahre zurück­fällt, war berechtigt. Warum es nicht ganz so gekommen ist? Das hat sicher viele politische Gründe, die es den Taliban nicht erlauben, die Neunzigerjahre zu wiederholen. Aber es gibt einen weiteren, besonderen Grund: 20 Jahre Schuldbildung ließen eine neue Generation heranwachsen, die sich nicht so leicht einem fundamentalistischen Diktat beugt.

JWL: Akademische Bildung in Krisenregionen weltweit

Gemeinsam lernen, die Welt zu verändern

Das Motto von Jesuit Worldwide Learning (JWL) ist mehr als ein Wahlspruch: Seit über einem Jahrzehnt bieten Online-Kurse Menschen aus Gemeinschaften an den Rändern einen Zugang zu höherer Bildung. In globalen, multireligiösen Lerngruppen eignen sie sich berufliches und akademisches Wissen an.

„Als Werk der Jesuiten fühlen wir uns der Pädagogik des Ordensgründers lgnatius von Loyola verpflichtet. In seinem Geist wollen wir Armen, Vertriebenen und Marginalisierten helfen, ihr Leben in die Hand zu nehmen, und auf diese Weise die Führungskräfte von morgen fördern“, sagt JWL-Präsident Pater Peter Balleis. JWL nutzt Methoden des integrierten Lernens. Partneruniversitäten bieten qualitativ hochwertige Kurse über das Internet an, die die Studierenden gemeinsam mit Professoren in virtuellen Lerngruppen und mit Tutoren vor Ort durchgehen. In den virtuellen, globalen Klassen können Professoren, Professorinnen und Studierende aus der ganzen Welt miteinander in Kontakt treten.


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