Ein Netzwerk für Kuba

Lange war kirchliche Sozialarbeit auf Kuba verboten – schließlich hätten alle Menschen alles für ein zufriedenstellendes Leben, inklusive guter Gesundheitsversorgung und Bildung. Zum Teil ist das immer noch wahr – doch die sozialen Unterschiede wachsen. Ein landesweites Netzwerk von sechs Loyola Zentren setzt sich für Benachteiligte ein

Projekt X31213 Kuba

Ort:
Havanna, Camagüey, Cienfuegos, Colón und Santiago

Partner:
P. Martin Lenk SJ, Jesuiten-Provinzial der Antillen

Zielgruppe:

Die Loyola Zentren arbeiten für die ganzheitliche Förderung benachteiligter Menschen, um ihnen zu helfen, ihre Potenziale auszuschöpfen. Die Zentren erreichen inzwischen etwa 2.000 Menschen durch Workshops und Beratungsangebote und sind ein Ort der Zusammenarbeit, des Austausches und Stärkung der Identität. Schwerpunkte sind auch die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Senior:innen

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An sechs Standorten dienen die Loyola Zentren mit einem weitgespannten Bildungsangebot und mehreren hundert Mitarbeiter:innen mehreren tausend Kubaner:innen aller Altersstufen. Es umfasst Hausaufgabenhilfe, berufsbildende Kurse, Musikunterricht, Tanzkurse, Erwachsenenbildung, Vorträge, Filmforen, Frauenarbeit, Seniorenbetreuung und vieles andere mehr

Insel im Wandel

Erst seit 1992 ist die Religionsfreiheit in der kubanischen Verfassung verankert und bis heute findet religiöses Leben auf Kuba weithin am Rande statt. Die Tradition der Jesuiten auf der Insel hingegen reicht zurück bis ins Jahr 1566. Gegenwärtig leben 21 Jesuiten in La Habana, Cienfuegos, Camaguey und Santiago de Cuba. Nachdem sich in diesem Jahrtausend die Beziehung zwischen Staat und Kirche deutlich entspannt hat, konnten die kubanischen Jesuiten ihr Arbeitsfeld erweitern.

An sechs Standorten dienen die Loyola Zentren mit einem weitgespannten Bildungsangebot und mehreren hundert Mitarbeiter:innen mehreren tausend Kubaner:innen aller Altersstufen. Es umfasst Hausaufgabenhilfe, berufsbildende Kurse, Musikunterricht, Tanzkurse, Erwachsenenbildung, Vorträge, Filmforen, Frauenarbeit, Seniorenbetreuung und vieles andere mehr.

Neue Wirtschaftsordnung – neue Probleme

Die Währungsreform, ein Mittel, um Kubas Wirtschaft – nicht zuletzt durch 60 Jahre Embargo schwer beschädigt – zu retten, hat sich seit Anfang 2021 die Lage vieler Kubaner:innen drastisch verschärft. Die Abschaffung des an den Dollar gekoppelten „Peso CUC“ hat zu massiven Preiserhöhungen geführt, zu mehr Arbeitslosigkeit und steigender Inflation. Die meisten alten Menschen müssen mit der staatlichen Monatsrente auskommen, die zwischen 10 und 20 US-Dollar liegt. Und auch mit der Libreta, einer Karte für den Erwerb verbilligter Grundnahrungsmittel, kann man nicht mehr so viel wie früher bekommen.

Die vielleicht wichtigsten Kurse vermitteln der wachsenden Zahl der „Cuentapropistas“ Grundlagen in Buchhaltung, Kostenrechnung und Personalführung. Cuentapropistas sind private Klein- und Kleinstunternehmen, die seit einigen Jahren im sozialistischen Kuba erlaubt sind für Angehörige von insgesamt 178 Berufsgruppen, darunter Restaurantbetreiber, Kleinbauern, Gästehaus-Vermieter, Taxifahrer und Besitzer von Reparaturwerkstätten. Vielen von ihnen fehlt das Wissen, ein Geschäft zu führen, gerade angesichts einer komplizierten Lizenz-Vergabe, strenger staatlicher Kontrollen und hoher Steuersätze.

Hilfe für Ältere und Frauen

Die meisten alten Menschen hingegen müssen mit der staatlichen Monatsrente auskommen, die zwischen 10 und 20 US-Dollar liegt. Und auch mit der berühmten Libreta, einer Art Lebensmittelkarte für den Erwerb verbilligter Grundnahrungsmittel, kann man nicht mehr so viel wie früher bekommen. Vor allem ältere Damen besuchen die Seniorenkreise in den Loyola Zentren und lassen sich ein gutes Frühstück schmecken. Viele packen die Hälfte des verteilten Essens packen ein. Auch an einer kleinen Tasse Kaffee wird nur genippt und der Rest für die nächsten Tage aufgespart.

Frauen finden zueinander einen im Projekt „Escucha – Zuhören“ im Loyola Zentrum in der Mitte von Havanna, Pscholog:innen und Sozialarbeiter:innen stehen ihnen zur Seite.

Virtuelle Angebote im Corona-Lockdown

Da aufgrund von Corona über Monate keinen Gruppen zusammenkommen konnten, setzten die Loyola Zentren ihre Arbeit virtuell fort, so gut es die schlechte Internet-Versorgung auf der Insel zulässt: „Wir weichen wir auf digitale Plattformen aus, um mehr Menschen zu erreichen und ihnen neue Horizonte aufzuzeigen“, sagt Maite Pérez Millet, Leiterin des Loyola Zentrum Havanna. Bespielhaft ist das „ La Casa de Valeria – Das Haus von Valeria“  als ein originelles Projekt für Kinder während der Pandemie.

Mehr zum Thema

  • „Cuba libre?“ (pdf) – Missionsprokurator P. Klaus Väthröder SJ berichtet aus Cienfuegos, wo er für sechs Wochen den Pfarrer der Gemeinde Nuestra Señora de Montserrat vertreten hat (2016)

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