– Flüchtlingspolitik

„Schikane sind kein wirksames Mittel“

(Berlin, 22.9.2015) Wie die deutschen Bischöfe hat auch der Flücht­lings­dienst der Jesuiten (JRS) im Vorfeld des „Flüchtlingsgipfels“ zwischen Bund und Ländern die jüngsten Pläne der Bundesregierung als verfassungswidrig und weltfremd kritisiert.

„Während die Willkommenskultur wächst und Ehrenamtliche für überforderte Behörden einspringen, beharrt die Regierung weiter auf ihrem rückwärtsgewandten Kurs“, kritisierte der Direktor des JRS in Deutschland, Pater Frido Pflüger SJ. Die Pläne der Regierung – weitere Herkunftsländer als „sicher“ zu definieren, Lebensmittelpakete wieder einzuführen sowie einige Asylsuchende und sogenannte „Geduldete“ auf das „physische Exis­tenz­mini­mum“ zu beschränken und mit einem Arbeitsverbot zu verschärfen – wiesen genau in die falsche Richtung.

Der Jesuit, der zuvor mehrere Jahre lang als Regionaldirektor des Flücht­lings­dienstes in Ostafrika tätig war, hält Abschreckungspolitik für sinnlos: „Wann sieht die Politik endlich ein, dass Schikane kein wirksames Instrument der Flüchtlingspolitik ist? Es ist weltfremd anzunehmen, dass Menschen für ein paar Euro mehr oder weniger aus Kriegsgebieten und existenzieller Bedrohung zu uns fliehen. Sie verlassen ihre Heimat nur, weil sie müssen – und sie fliehen dorthin, wo sie sich Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit erhoffen. Die Regierung sollte ihre Kräfte darauf verwenden, die menschenwürdige Versorgung von Flüchtlingen zu gewährleisten und die vielen Menschen im Land zu unterstützen, die sich für ihre Aufnahme und Teilhabe engagieren. Außerdem muss sie die internationale Hilfe für diejenigen Staaten deutlich aufstocken, die weltweit die meisten Flüchtlinge aufnehmen.“

Auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte am Dienstag vor einer Aushöhlung des Asylrechts gewarnt und von der Notwendigkeit einer „langfristig ausgerichteten Kultur der Gastfreundschaft und Integration“ in Deutschland gesprochen.

Weitere Informationen über die Arbeit des Flücht­lings­dienstes der Jesuiten in Deutschland erhalten Sie unter www.jesuiten-fluechtlingsdienst.de<;

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