– Bürgerkrieg in Syrien

Trauer um einen Mann des Friedens

Noch im Januar hatte P. Frans van der Lugt SJ in einer Videobotschaft um Hilfe für die Menschen im belagerten Homs gebeten. Als wenig später auf internationalen Druck mehrere Hundert Flüchtlinge die Altstadt von Homs verlassen durften, entschied sich Pater Frans, mit der verbliebenen Bevölkerung auszuharren. Am 7. April 2014 wurde er gezielt erschossen. „Er hat Versöhnung jeden Tag gelebt“ „Pater Frans war ein Leuchtfeuer für uns alle, er hat nicht nur über Liebe und Versöhnung gepredigt, sondern hat sie jeden Tag gelebt – in Demut und Mitgefühl für alle – bis zum bitteren Ende “, sagte P. Peter Balleis SJ in Beirut. Der Internationale Direktor Flücht­lings­dienstes der Jesuiten (JRS) hält sich gerade in der Region auf. Über syrische Jesuiten und lokale Freiwillige erreicht der JRS bis heute Flüchtlinge und Notleidende in Syrien. „Frans van der Lugt war eine Quelle der Inspiration für all die jungen Leute, die als Freiwillige für den JRS in Homs, Damaskus und Aleppo helfen. Er hat die Mission der Begleitung verwirklicht, wie wir sie als JRS verstehen. Er hat sie jeden Tag gelebt.“ Ein Zentrum der Begegnung Der gebürtige Niederländer kam 1966 nach Syrien und baute das jesu­itische Zentrum Al Ard auf, das in der Nähe von Homs liegt. Es begann als ein landwirtschaftliches Projekt, das jungen Menschen mit geistiger Behinderung Arbeit und Begleitung bietet und wuchs im Laufe der Jahre zu einem Zentrum der Begegnung für Menschen verschiedener Religionen und Lebensläufe. „Jeder von uns ist auf Hilfe angewiesen“ Frans van der Lugt hat Syrien als seine Heimat gesehen und wollte nach Ausbruch des Krieges bei den leidenden Menschen bleiben. Er öffnete die Jesuitenkommunität in der Altstadt von Homs für christliche und muslimische Flüchtlingsfamilien, gab ihnen Unterkunft und teilte mit ihnen seine letzten Vorräte, um die Belagerung zu überstehen. „Jeder von uns ist auf die Hilfe des anderen angewiesen, vor allem seit die Lebensmittel knapp werden. Seit 15 Monaten ist nichts mehr in die Altstadt von Homs hineingebracht worden. Wir haben mit dem überlebt, was noch in unseren Kellern und den verlassenen Häusern gelagert war. Es ist unmöglich, aus unserem Viertel herauszukommen, da wir von allen Seiten eingeschlossen und unter Beschuss sind“, schrieb Pater Frans van der Lugt vor wenigen Monaten. „Wie könnte ich hier weggehen?“ Ihm war es ein Herzensanliegen, Syrer verschiedener Religionen, Lebenswirklichkeiten und Hintergründe zusammenzubringen und er ließ sich von keiner Seite politisch vereinnahmen. „Ich sehe keine Moslems oder Christen“, sagte Frans van der Lugt, „ich sehe Menschen. Ich bin hier in der belagerten Altstadt der einzige Priester und Ausländer, aber ich fühle mich nicht wie ein Ausländer. Ich bin der Obere eines Klosters. Wie könnte ich es verlassen? Wie könnte ich hier weggehen? Das ist unmöglich!” Die Jesuitenmission trauert mit allen Mitbrüdern und Weggefährten um Frans van der Lugt. Er hat in Syrien vielen Menschen Kraft, Mut und Hoffnung gegeben, um auf den Krieg mit Menschlichkeit zu antworten. Das ist ein Vermächtnis, das der Tod nicht zerstören kann. Die Hilfe geht weiter Über syrische Jesuiten und Freiwillige erreicht der Flücht­lings­dienst der Jesuiten (JRS) nach wie vor Flüchtlinge und Notleidende in Syrien. Zudem betreut er syrische Flüchtlinge in Jordanien, Libanon und der Türkei.

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Hier finden Sie mehr Informationen über die Arbeit des JRS in der Region: Nothilfe Syrien

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