– Konflikt in Syrien

Essen auf Rädern für 16.000 Flüchtlinge

Was vor über einem Jahr als „kleine“ Feldküche anfing, ist heute ein wahres Großunternehmen. Bis zu 16.000 warme Mahlzeiten werden in der Küche des Flücht­lings­dienstes der Jesuiten (JRS) in Aleppo täglich zubereitet und in insgesamt 57 Notunterkünften an Flüchtlinge verteilt. Dafür arbeiteten die 20 festen Mitarbeiter, gemeinsam mit zehn weiteren Helfern bei größeren Aktionen, beinahe Tag und Nacht. Bis vor kurzem entstanden alle Speisen der JRS-Küche noch auf drei Kochstellen – zu wenige, um die vielen Mahlzeiten innerhalb eines normalen Arbeitstages zuzubereiten. Oft haben die Mitarbeiter von morgens um acht bis nachts um elf Uhr Gemüse geschnitten, Soßen zubereitet, gekocht und die Speisen in der Stadt ausgeliefert.

Heute liefern die drei Fahrzeuge der JRS-Küche bis zu 5,5 Tonnen Essen in Unterkünfte in ganz Aleppo. Eine enorme Steigerung innerhalb von weniger als zwölf Monaten. Im August 2012 war die Küche noch in der Houda-Charaoui-Schule untergebracht, und die Mitarbeiter bereiteten auf einer Kochstelle etwa eine Tonne Essen (2.550 Mahlzeiten) zu. Mit dem zweiten Kocher kam der Umzug in die „Alleramoun Industrial Area". Mittlerweile befindet sich die JRS-Küche auf dem Gelände der Franziskaner, aufgeteilt in zwei Bereiche: einen für die Zubereitung der Speisen und einen für das Kochen und Verpacken für den Transport. Zur Küche gehört auch ein großes Lagerhaus, in dem Vorräte von Zutaten und Nahrungsmitteln lagern, die es nicht immer zu kaufen gibt. In einem weiteren kleinen Lager sind andere wichtige Materialien vorrätig, so dass die Küche einen Engpass im Notfall sechs Tage überbrücken kann.

Der Chefkoch der Flüchtlings-Küche hat vor dem Konflikt in den bekanntesten Hotels und Restaurants von Aleppo gearbeitet. Heute erstellt er den Speiseplan für die Flüchtlinge und koordiniert und beaufsichtigt die Feldküche: Täglich eine warme Mahlzeit, und dreimal pro Woche gibt es Fleisch. Die Menschen, die die Mahlzeiten erhalten, sind Flüchtlinge, die in Konfliktzonen leben, in den öffentlichen Parks, in Notunterkünften und religiösen Unterkünften. Es gibt in den meisten Zufluchtsstätten keine Möglichkeiten für die Fami­lien, sich selbst ein Essen zu kochen, es fehlt schlicht und ergreifend an Kochstellen.

Insgesamt gibt es in Aleppo Schätzungen zufolge 120.000 Flüchtlinge, die keine Möglichkeit haben, sich selbst warme Mahlzeiten zuzubereiten, mit der JRS- Küche erhält zumindest ein Teil von ihnen eine warme Mahlzeit pro Tag.

Mehr Fotos und weitere Informationen zur Arbeit des JRS in Aleppo finden Sie auf der
Facebook-Seite des JRS Aleppo.

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