Südsudan: Jugend bringt Veränderung

Nach Jahren des Bürgerkriegs gilt der Südsudan als gescheiterter Staat. Die neuen Angebote von Jesuit Worldwide Learning (JWL), dem jesuitischen Hochschulprogramm für Krisenregionen, sind Bausteine einer friedlichen Zukunft.

Projekt X31214 JWL Südsudan

Ort:
Wau, Südsudan

Partner:
Peter Balleis SJ (Präsident JWL), Kizito Kiyimba (Provinzial der Jesuiten Ostafrika)

Zielgruppe:

Über Jesuit Wolrdwide Learning (JWL), das jesuitische Hochschulprogramm für Krisenregionen, bekommen 2.500 junge Südsudanes:innen im Südsudan und in den Anrainerstaaten die die Chance für eine berufliche oder akademische Ausbildung, als Lehrer, Ingenieurinnen, „Learning Facilitators“ und „Peace Leaders“; der Erwerb der englischen Sprache eröffnet vielen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Bildung für den Frieden

450 Euro kostet es umgerechnet, über sechs Monate eine Lehrerin auszubilden, 150 Euro, einem Schüler verhandlungssicheres Englisch beizubringen.

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Dürre, Hunger und Krieg: ein Land im Würgegriff

Seit zehn Jahren ist der Südsudan als jüngstes Land der Erde unabhängig. Von 2013 bis 2018 tobte ein blutiger Bürgerkrieg um die Vorherrschaft, der Hunderttausenden das Leben gekostet und über eine Million Menschen zu Flüchtlingen gemacht hat. Im Land herrscht eine latente Hungersnot, es gibt wenig Infrastruktur, kein funktionierendes Gesundheitswesen und kaum Bildung: 70 Prozent der Menschen können nicht lesen und schreiben. In den verschiedenen Wohlstands- und Entwicklungsindizes der Vereinten Nationen rangiert der Südsudan fast ausnahmslos am Ende der internationalen Staatengemeinschaft. Zudem sind die Auswirkungen des Klima­wandels im Südsudan besonders stark zu sehen, Dürre und Hunger gehören seit Jahren zum Alltag.

Mit Bildung werden Träume Wirklichkeit

Aber mit der jungen Generation kommen Veränderungen. Priscilla Abeny hat im St. Peter Claver Computer-Center der Jesuiten in Rumbek einen Kurs absolviert und sich für den Englischkurs mit Jesuit Worldwide Learning (JWL) eingeschrieben. Sie ist 23 Jahre alt, hat jüngst geheiratet und erwartet ihr erstes Kind. Ehemann und Hochzeit waren ihre Entscheidung, anders als bei ihrem Vater, der fünf Frauen hat. Sie ist eine der ersten Frauen, die mit JWL den „Global English“-Kurs absolvieren.

Aru Kethith Makual, Jahrgang 1998, durfte nicht in die Schule gehen. Erst nach dem Tod des Vaters konnte die Mutter den Wunsch des bereits zwölfjährigen Aru erfüllen, lesen und schreiben zu lernen. In kurzer Zeit holte er die acht Primarschuljahre nach. Im St. Peter Claver Center absolvierte er einen achtmonatigen Solar-Techniker-Kurs. Jetzt holt er weitere vier Jahre nach und besucht die Oberschule bis zur zwölften Klasse, um sich für eine Universität zu qualifizieren. Er kann kleine Anlagen aufbauen, reparieren und am Laufen halten. Doch sein Traum geht darüber noch hinaus: Er möchte Ingenieur werden. Ein hohes Ziel, aber vielleicht kann er über den modularen Lernpfad von JWL dorthin kommen: Englisch Level B2, dann das Zertifikat als Solartechniker (ein neuer professioneller Kurs von JWL), anschließend das Pre-STEMZertifikat und der Bachelor in STEM (Science Technology, Engineering and Mathematics), der in zwei bis drei Jahren von JWL angeboten werden wird. Von da dürfte es nicht mehr weit zum Master und Ingenieur sein.

Nachbarländer miteinbeziehen

Das St. Peter Claver Center in Rumbek stellt den Beginn des Engagements der Jesuiten im Südsudan dar. Im Januar 2021 haben sie einen „Global English Language“-Kurs angeboten. 15 junge Männer haben durchgehalten und im August die nächste Stufe begonnen. Priscilla und 34 andere junge Frauen, die sich beworben hatten, konnten wegen des Covid-19-Lockdowns erst im August anfangen. Der nächste große Schritt wird im Januar 2022 erfolgen, wenn die berufsbildenden Kurse angeboten werden. Bis dahin wird auch das Computer Center mit 50 Rechnern für Studienplätze eingerichtet sein. Ab August 2022 wird dann das volle Programm von JWL angeboten, inklusive der akademischen Zertifikate und des Bachelors in Nachhaltiger Entwicklung.

Der ostafrikanische Jesuiten-Provinzial Kizitov Kiyimba SJ und der Provinzial der zentraleuropäischenProvinz, Bernhard Bürgler SJ, haben eine Zusammenarbeit zwischen JWL und den Institutionen im Südsudan, Kenia und Uganda beschlossen, um gemeinsam durch höhere Bildung im Südsudan und in den Flüchtlingslagern der Nachbarländer Menschen aus dem Südsudan zu helfen.

JWL: Hochschulbildung ohne Grenzen

Weniger als ein Prozent aller Flüchtlinge haben Zugang zu Universitätsbildung. Dabei haben sehr viele das Talent und den Willen zu studieren. Jesuit Worldwide Learning (JWL), die jesuitische Initiative für Hochschulbildung an den Grenzen, bietet ihnen eine einzigartige Chance. Via Internet ermöglicht es Studierenden auf der ganzen Welt, auch in Krisenregionen und in Flüchtlingslagern, zu studieren, Englisch zu lernen oder berufsbildende Kurse zu absolvieren. JWL formt somit eine globale Gemeinschaft von Lernenden im virtuellen Klassen­zimmer. Aktuell profitieren an 16 Standorten in Lateinameika, Asien, Afrika, im Nahen Osten und Europa über 3.000 Studierende von den JWL Programmen. Renommierte jesuitische Universitäten – darunter die Regis University in Denver/Colorado, die Münchner Hochschule für Philosophie und die St. Xavier’s University in Kalkutta – setzen die Lehrpläne, garantieren höchste akademische Qualität, und dass die JWL-Abschlüsse weltweit anerkannt werden.

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